Philosophien
Da wir uns nicht als Verein oder Organisation, sondern lediglich als lockerer Freundeskreis von Menschen mit derselben Lust sehen, haben wir auch keine Thesen und kein Motto, das wir nach außen hin vertreten wollen oder als Grundlage unserer Treffen verstanden wissen möchten, außer einem einzigen:
Jeder Mensch hat das Recht so zu leben, wie er glücklich wird!
Unsere Philosophien sind somit nicht als Doktrien zu verstehen, welche wir verbreiten wollen und erheben auch keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit!
Wir wollen damit nicht die Welt verändern und kein Sprachrohr der BDSM-Szene sein, nicht als Interessenvertretung auftreten und niemanden von irgendetwas überzeugen!
Auch erwarten wir in keinster Weise, daß jemand der an unseren Treffen teilnehmen möchte, dies unterschreibt und vollinhaltlich für sich selbst vertritt, gar dafür kämpft oder missioniert, sondern wir möchten damit lediglich Menschen, insbesondere submissiven Frauen, helfen, zu sich selbst zu stehen und selbstbewußt mit ihrer Lust und Sehnsucht umzugehen!
So wollen wir unsere Philosophien lediglich als Selbstverständniss verstanden wissen, wie wir uns selbst sehen und wie wir mit unserer Lust und unseren Sehnsüchten umgehen!
Submission kontra Emanzipation:
Ein Schlagwort, das vielen submissiven Frauen Probleme bereitet ist die sogenannte "Emanzipation".
Eine Frau, die in unserer heutigen Gesellschaft erzählt, daß sie in ihrer Beziehung zu gehorchen und sich ihrem Mann unterzuordnen hat, wird fast gesteinigt, wenn sie dabei ihren Mann nicht als "Schwein" betitelt. Niemand fragt danach was sie dabei empfindet und ob sie glücklich dabei ist und wenn sie womöglich dann gar von sich aus noch gesteht, daß sie sich dabei wohl fühlt, schickt man sie zu einem Psychater!
Die Emanzipation schreibt vor, eine Frau darf sich nicht unterdrücken oder unterwerfen lassen! Was aber, wenn Frau aber genau das will und sich genau dabei wohl fühlt?
Ist es nicht vielmehr das Recht einer emanzipierten Frau, ihre Lust auszuleben, sich zu nehmen, was sie glücklich macht und das Leben zu führen, das ihr Erfüllung bedeutet?
Ist es nicht der totale Widerspruch in sich, eine Doktrie zu setzen, daß Frau sich nicht unterdrücken lassen oder sich jemanden unterwerfen darf und dann zu erwarten, daß Frau sich dieser Doktrie beugt und ihr gehorsam folgt, selbst wenn sie etwas ganz anderes möchte?
Wo bitteschön liegt der Unterschied, ob Frau ihre eigenen Wünsche aufgibt, sich bedingungslos von einem Mann unterdrücken lässt und ihm gehorcht, oder einer gesellschaftlichen Vorgabe, wenn sie in beidem auf ihr persönliches Glück verzichten muß? Wenn eine Frau jedoch in der Unterwerfung zu einem Mann ihr Glück findet, in der gesellschaftlichen Doktrie jedoch nicht, einfach weil die Lust an der Unterwerfung ein Teil von ihr ist, was ist dann die wahre Emanzipation?
Ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Zwänge so zu leben wie Frau glücklich wird oder sich bedingungslos einer Gesellschaftsregel unterzuordnen und jedes eigene Glück dafür zu opfern?
Wer hat das Recht uns vorzuschreiben wie wir zu leben haben?
Wer kann für uns entscheiden, was uns glücklich macht?
Wer kann uns vorgeben, wobei wir Lust empfinden dürfen und wobei nicht?
Wer darf über unsere Sehnsüchte richten?
Gerade weil wir wissen, wie eine "starke" Frau in unserer Gesellschaft zu sein hat und wie wir uns verhalten müssten um als solche offiziell anerkannt zu werden, gerade deswegen fragen wir danach, welche Stärke könnte größer sein, als die einer Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und sich über diese Konventionen hinwegsetzt, sich frei zu ihrer Lust bekennt und sie auslebt, weil es ihre Lust ist und ihr niemand vorzuschreiben hat, wie sie zu leben und was sie zu tun und zu lassen hat? Die sich dazu bekennt, daß es ihr größte Lust bereitet, unterworfen zu werden, dienen und gehorchen zu müssen, benutzt und gequält zu werden, obwohl sie weiß, daß die Gesellschaft das Gegenteil von ihr erwartet?
Komisch, gerade diese "Emanzipationsbewegung", bzw. "moderne Gesellschaft" lobt diejenigen Männer in den Himmel, die sich auch mal "schwach" zeigen, betrachtet es als große Stärke eines Mannes, auch mal schwach sein zu können und sich ganz in die Hände seiner Partnerin zu begeben, schutzlos, verletzlich und offen, warum soll dann gerade das eine Frau nicht mehr dürfen, diese Stärke für sie nicht gelten?
Bedeutet Emanzipation nicht, daß wir dieselben Rechte haben wie die Männer, nicht schlechter oder minderwertiger sind als sie und genau so leben dürfen?
Warum sollen wir dann das verachtenswerte "schwache Weibchen" sein, wenn wir genau das tun, was einen Mann zu einem wirklich starken, bewundernswerten Mann macht?
Selbst innerhalb einer D/S-Beziehung darf man ruhig fragen: "Wer ist hier wohl der Stärkere?", derjenige, der sich an seinem wehrlosen Gegenüber bedient und seine Lust an ihm auslebt, oder derjenige, der sich bedingungslos ausliefert, ein "mach mit wir was du willst!" in vollem Bewußtsein der Konsequenzen anbietet und bereit ist, zu ertragen, was immer ihm abverlangt wird?
Wir wollen hier ganz sicher nicht missionieren, denn ganz im Gegensatz zu den "angeblich emanzipierten Frauen" wollen wir niemanden vorschreiben wie er zu leben hat und betrachten auch unsere Lust und unser Leben nicht als das einzig richtige, sondern lediglich als den FÜR UNS richtigen Weg!
Wir wollen hier auch kein Outing betreiben, BDSM oder die Lust an der Unterwerfung gesellschaftsfähig machen, denn die Gesellschaft und ihre "Regeln" können wir nicht von heute auf morgen ändern und besonders für submissive Frauen in beruflich exponierter Stellung oder in kleinbürgerlichem Umfeld wäre der Preis viel zu hoch, sich öffentlich zu bekennen!
Wir wollen jedoch dieses Selbstbewußtsein in jeder submissiven Frau stärken, daß sie sich vor sich selbst nicht verstecken oder verleugnen muß und sich frei zu ihrer Lust bekenn kann, weil sie dadurch nicht schwächer, sondern stärker wird und weil genau das auch Emanzipation bedeutet!
Wir leben das Selbstverständniss, wenn wir uns nicht outen, dann nicht, weil wir etwas schlechtes tun oder leben, wie eine moderne Frau nicht leben darf, sondern ausschließlich weil diese "armen Würstchen" und Kleingeister in unserem Umfeld nicht fähig sind über den Tellerrand zu schauen und nur in dem Rahmen leben und denken können, den ihnen die Gesellschaft vorgibt, so daß sie nicht verstehen würden worum es geht!
to be continued...